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Pils Bier

Aktualisiert: 14. Apr 2020

Historik:



1838 Gab es in der Stadt Pilsen eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit den dunklen, obergärigen und meist sauer schmeckenden Bieren. Zusammen forderte man ein neues und hochwertigeres reines Bier. Josef Groll aus Niederbayern besaß das "know-how" und wurde angestellt als Braumeister in einer eigens neu errichteten Brennerei auf damals neuestem Stand der Technik. Groll brachte eine untergärige Hefe aus Bayern mit und benutzte das damals ungewöhnlich helle Gerstenmalz. Das weiche Wasser der Stadt Pilsen und deren berühmter Saazer Hopfen, bildeten die gemeinsame Grundlage des von Groll erdachten Biertypes .


Am 5. Oktober 1842 kochte Groll mit diesen Zutaten seinen ersten Sud. Am 11. November wurde das neue Pilsner Bier zum ersten Mal ausgeschenkt. In durchsichtigen Gläsern leuchtete das Bier wie eine goldene Sonne. Das war für die damalige Zeit recht ungewöhnlich, da man zumal eigentlich aus Krügen trank und zum anderen die Farbe nie eine Rolle spielte. Man musste sich an diese Umstellung des Trinkgefäßes erst noch gewöhnen und nicht jeder war gewillt traditionellen Tonkrug gegen ein Glas einzutauschen. Die Pilsener Einwohner waren jedoch zufrieden. Und die Weiterentwicklung des Bierglases startete mit einem Pils Bier. Noch heute werden Biergläser immer besser für die Sensorik geformt. Alles bewegt sich immer mehr in eine Richtung zwischen Wein und Nosing Glas. Zum 50-jährigen Jubiläum, 1892, wurde in Pilsen nicht nur das Brauereitor als Wahrzeichen errichtet. Man patentierte auch das eigene Pilsener Brauverfahren.



1992 spaltete sich Tschechien von der Slowakei ab – und die Pilsener Brauerei war nach der Privatisierung durch mehrere Hände gegangen, bis sie zuletzt vom japanischen Braukonzern Asahi gekauft wurde. Auf das Bierbrauen haben diese Bewegungen wenig Einfluss gehabt. Japanische Unternehmen sind sehr traditionsbewusst und der Braukonzern Asahi will Pilsner Urquell bis heute nicht verändern. Ob das wirklich so ist, kann eigentlich nur der Braumeister von Pilsner Urquell selbst beantworten. Aber die Tatsache, das man überall auf der Welt von Holzfassreifung, auf Stahltank Reifung umstieg und die Reifezeiten verkürzt wurden von 70 Tagen auf 35, lässt uns erahnen, das der Geschmack früher schwankte und heute gleichbleibend ist.

Josef Groll entwickelte somit eine neue Biersorte, welches wir heute als Pils Bier bezeichnen. Benannt nach der Stadt Pilsen und 1892 Patentiert. Die Erfindung des Pils-Bier geht somit auf die Bayrische Kappe. Am Ende ist es wie so oft in der Geschichte ein zufälliges Zusammenspiel mehrerer Faktoren gewesen:

Er hatte gutes helles Malz bekommen, guten Saaz Hopfen und das Wasser ist in Pilsen zufällig sehr weich. Dann hat er das Drei-Maische-Verfahren eingesetzt – und das war’s. Damals wurde noch experimentiert, heute bekommt der Braumeister das Rezept vom Computer vorgegeben. Den enormen Erfolg Weltweit verdankt es aber seiner Leichtigkeit. Während andere Biere voller Aromen und Charakter sind, macht das Pils keinerlei großartige Sprünge. Es ist süffig und man bestellt schnell ein zweites Bier. Mit komplexeren Bieren beschäftigen wir uns länger und trinken meist nur eines.


Herstellung


Eine sehr oft gestellte Frage ist die, nach dem Unterschied zwischen einem Pils und einem Hellen. Hier ist nahezu keiner in der Herstellung zu finden. Allgemein jedoch wird ein Pils sehr viel höher gehopft als ein tief gehopftes Helles. Genauere Richtlinien sind hier keine angegeben. somit verläuft die Grenze zwischen einem Hellen zum Pils eher fließend. Ist ein Pils also ein Helles? Nein! Ein Pils ist ein Pils.


Wir empfehlen an dieser Stelle unser Buch: Bier Herstellung


oder haben zusätzlich ein schönes Video auf YouTube gefunden:




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