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Farbstoff: Was macht Zuckerkulör (E150)

Die meisten Scotch Whiskys werden mit Zuckerkulör oder E150 eingefärbt. Nur wenige Whisky-Destillerien verzichten vollständig auf das nachträgliche Färben und stellen Whiskys ohne Zusatzstoffe her.



Zuckerkulör bzw. E150 ist eine schwarze Lebensmittelfarbe. Als Grundstoff für E150 werden verschiedene karamellisierte Zuckersorten verwendet. Zuckercouleur schmeckt allerdings nicht süß, sondern sehr bitter.


Das Färben hat für Whiskeyfreunde klare Nachteile. Sobald der Farbstoff im Produkt enthalten ist, kann man nicht mehr anhand der Farbe Rückschlüsse auf das Fass, Altersangaben, Lagerung oder den Jahrgang machen. Zum Glück aber müssen die Hersteller die Angaben im Etikett auflisten, sollte Farbstoff, enthalten sein, steht es Somit auf der Flasche. Nur in Italien wird das nicht wirklich durchgesetzt. Wer aber noch zusätzlich auf Nummer sicher gehen will, kann auf vier Faktoren zurückgreifen:


1. Nicht gefilterte Whiskey sind in den meisten Fällen nicht gefärbt.

2. Amerikanische Bourbon Whiskey dürfen nicht gefärbt werden.

3. Unabhängige Abfüller verzichten meist auf Farbstoffe

4. Fassstärken sind oft ungefärbt.


Der Kunde wurde seit Jahrzehnten darauf getrimmt, dass dunklere Whiskey auch automatisch die Besseren sein. Diese Fehlinformation, hervorgebracht von den Marketing der Hersteller, schaufelte das eigene Grab und drängte zum Einfärben der Whiskey. Heute verteidigt man schnell mit der Begründung: Ein Kunde würde unterschiedliche Färbungen nicht wollen. Doch, was beim Wein mit Jahrgängen funktioniert, dass kann auch ein Whiskey schaffen.



Es kann sogar interessanter und spannender werden für die Genießer, sich mit den gleichen Produkten aus verschiedenen Fässern mit verschiedenen Jahrgängen und Färbungen auseinander zu setzen.

Ein wirklicher Nachteil an nicht gefärbten Whiskey ist für den Kunden nicht wirklich erkennbar. Man müsste nur die Kraft als Hersteller haben seine Kunden aufzuklären.


Ein weiterer Grund, weshalb gern gefärbt wird, sind die Faktoren von Lagerung und Fässern. An ungünstigen Orten, an denen keine Temperaturschwankungen herrschen, arbeitet das Fass sehr viel weniger. Heiße Sommer, und die Poren vom Holz öffnen sich. Kalte Winter, und die Poren schließen sich. Das Holz gibt bei diesem Wechsel sehr viel Aromen und Farbe ab. Fässer hingegen an Gebieten wo die Temperaturen immer in etwa gleich bleibt wie in Schottland, arbeiten sehr viel langsamer. Hin zu kommt zu guter Letzt auch noch die Fassqualität. Wird dein Fass mehrere Male wieder und wieder verwendet, sind kaum bis keine Aromen oder Farbstoffe vom Holz mehr enthalten, um diese an den Whiskey abzugeben. Zwar kosten Gebrauchte Fässer etwa 10 mal weniger als ein neues Fass und sind beim berühmten Fässer-Tauschen untereinander sogar kostenfrei, doch ist hier dann das Färben fast schon ein Zwang.


Eine Gute Nachricht folgt jedoch zugleich: Den Farbstoff im Whiskey kann man nicht herausschmecken. Die Mengen, die eingesetzt werden sind so gering, dass es auch nicht von Interesse ist, das E150 krebserregend ist. Also ganz klar wiederholt. Der Farbstoff ist nicht geschmacksverändernd und nicht gesundheitsschädlich, aufgrund der zu geringen Menge.

Vor allem, da man nicht mehrere Liter gefärbten Whiskey am Tag trinkt, muss man kein Fass aufmachen. Bei der gefärbten Cola, kann das jedoch schon wieder anders aussehen.