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Clubs im Jahre 2020

Die Zeiten der Massen und Partys eng an eng sind vorbei. Der Gedanke ist noch nicht wirklich real und angekommen, aber die Fakten sind klar. Doch was wie eine Schreckensbotschaft klingt, kann durchaus eine hochwertige Verbesserung sein.


Alexander Morgenstern stellt ein Szenario vor, welches Club Besitzer interessieren dürfte.



Herr Morgenstern. Sie haben selbst ein einer Diskothek gearbeitet. Was werden Sie vermissen?


Ich vermisse jede Ecke, jeden Aspekt. Meine kleine Schwäche ist es einfach, das ich in jede Bar mein ganzes Herzblut stecke und mich damit identifiziere. So ist es also nicht verwunderlich, dass mir jeder Arbeitsplatz im Herzen erhalten bleibt. Rückblickend muss ich aber eingestehen, dass ich mit der jetzigen Erfahrung wohl kein zweites Mal unter diesen Umständen dauerhaft arbeiten wollen würde.


Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich verurteile und bereue nichts, nur werden wir älter und die Sichtweisen ändern sich zumindest bei mir stark. Mit dem Alexander von damals hab ich nicht mehr viel gemeinsam. Das fängt beim Umgang mit Alkohol an und hört bei der gewissenhaften Sorge der Gesundheit auf. Ich habe es belächelt wenn man mich auf harte Nachtarbeit und das Heimkommen bei Sonnenaufgang ansprach. Heute sehe ich ein, worauf man mich hinweisen wollte.


Wie stellen Sie sich eine Diskothek im Jahre 2020 vor?


Clubs, sollten wieder zurück kehren zu ihren alten Öffnungszeiten. Dass Jugendliche erst gegen 00.00 Uhr den Club betreten und natürlich um diese Uhrzeit nicht mehr nüchtern sind, war für Betreiber und Gäste unangenehm. Der Betreiber hatte wenig Zeit, um seinen Umsatz zu schaffen, und die Gäste sahen den Club nur noch als Absturz und Absacker- Ort an. Bei solchen Ansichten, war es auch zur Normalität geworden, dass Toiletten zerstört wurden und auch sonst mit der Einrichtung nicht zimperlich umgegangen wurde.

Die verkürzte Zeit brachte weitere Kettenreaktionen hervor. Der Gast hatte nur noch 3 oder 2 Stunden Party-Time. Also kippte man sich auf Druck die Stimmung mit Hilfe von Billigalkohol in den Körper. Kaum in Stimmung gekommen, ging dann auch schon das Licht an, und die Musik hörte auf zu spielen. Mit Diskussionen und Mühen schafften es ausgebildete Security-Mittarbeiter das Lokal zu räumen. Die Mittarbeiter der Clubs hatten zwei Möglichkeiten. Entweder schnell putzen und ab nach Hause, um mit Glück und kurzen Wegen um 4 Uhr morgens in Bett zu kommen, oder menschliches Beisammensitzen nach der Arbeit und noch ein Bier kippen. Es gab viel zu berichten und es war keine Seltenheit, dass man erst bei Sonnenaufgang ins Bett krabbelte.


Was sollte jetzt anders werden & wie sieht ein neuer Ablauf aus?


Ich würde den Club um 17 Uhr öffnen. Nacht Snacks und viele Sitzmöglichkeiten bringen den großen Vorsprung. Man trifft sich nicht mehr auf der Straße zum vorglühen, sondern kann direkt am Abend den Club betreten. Der DJ hat eventuell als Entertainer eine größere Verantwortung und Aufgabe als bis heute üblich. Mann sollte diesen Beruf unbedingt ordentlich zertifizieren. Ein DJ sollte zum Gesicht des Clubs werden und mit Mikrofon, schon Richtung Shows und Entertainment im Abendprogramm auftreten. Viel Verantwortung und hoffentlich auch Ausbildungsmöglichkeiten sollten in diese Richtung wachsen. In diesem Szenario würde wahrscheinlich jeder Club sein eigenes Programm aufbauen. Ich wäre neugierig, was für Kreativität hier wachsen kann.


Der Abend endet dann spätestens um 23:00 Uhr, wobei der Club um 00.00 Uhr geschlossen sein muss. Die 6 Stunden sollten ausreichen um Umsätze zu schaffen und dem Publikum ein tolles Entertainment zu bieten.


Wenn Menschen nicht mehr im Stehen unkonzentriert Alkohol konsumieren, sondern am Tisch in entspannter Atmosphäre bestellen, sehe ich einen sprunghaften Anstieg an bewussterem Trinken und Nachfrage an Qualität.


Lasst mich sogar eine Utopisches Gesetz hier vorstellen, welches mir wirklich gefallen würde: stark alkoholisierte Menschen dürften Clubs weder betreten noch sich in diesen aufhalten.


Wann ist man denn stark alkoholisiert?


Hier gibt es keine Promille als Richtlinie. Der eine ist mit zwei Bier schon so mutig, das er Lust bekommt auf dem Tisch zu tanzen, während der nächste erst nach 10 Bier anfängt sich daneben zu benehmen und Regeln über Bord wirft. Hier muss eine Security dafür sorgen das Hausregeln kompromisslos eingehalten werden. Wer sich nicht mehr benehmen kann muss gehen.


Ich sehe Clubs in dieser Form enorm aufgewertet mit hohem Stellenwert und großem Ansehen. Und eventuell schaffen wir es sogar, dass Clubs wieder 5 Tage die Woche Unterhaltung bieten können und der Sonntag wieder den Familien gehört.


Vielen Dank Herr Morgenstern für den Einblick in eine eventuelle Form einer Diskothek der Zukunft. Würden Sie in diesem Szenario gern arbeiten?


Ja. So ein Club wäre etwas wirklich innovatives Neues, dass es ähnlich früher schon einmal gab. Ich kann mir das so gut vorstellen, ich würde mir so einen Club sogar wünschen.


Glauben Sie es gibt viele die sich gegen so eine Form von Club währen würden?


Ja natürlich. Aber wir reden hier heute ja nur von einer Vorstellung und nicht mehr. Eventuell sind ein paar Ideen heute dabei gewesen, die man umsetzen möchte. Um mehr ging es hier heute auch nicht. Die Situation ist aktuell so neu, dass man viel reden muss und kreativ sein sollte. Nur so kommen wir zum Erfolg. Also seit Kreativ !

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