Zutaten &  deren Funktion

 

Das Original:

 1 cl Over Proof Dry Gin = Spirituose

 1 cl italienischer Wermut = Spirituose / Bitter & Zuckerquelle

 1 cl Bitterlikör = Spirituose / Bitter & Zuckerquelle

1 Spritzer Sodawasser = Wasserquelle

 

Die Abwandlung im Tumbler:

 2 cl  Dry Gin = Spirituose Das Original

 2 cl italienischer Wermut = Spirituose / Bitter & Zuckerquelle

 2 cl Bitterlikör = Spirituose / Bitter & Zuckerquelle

1 Spritzer Sodawasser = Wasserquelle

Die Fehlinterpretation:

 2 cl Gin = Spirituose Das Original

2 cl italienischer Wermut = Spirituose / Bitter & Zuckerquelle

 2 cl Bitterlikör = Spirituose / Bitter & Zuckerquelle

3 cl Schmelzwasser = Wasserquelle

 

Dekoration:

keine

 

Glas:

Cordial / Tumbler

Kategorie:

Cocktail

 

 

HISTORIK:

Der Negroni ist so einfach.

1 Teil Gin, ein Teil Campari, ein Teil Wermut....und erfunden hat es der Graf von Negroni. Doch leider ist dies eine durch das Marketing falsch übertragene Rezeptur und Information!!


Der echte Negroni:

Camillo Negroni. Geboren am 25. Mai 1868 in Florenz gilt allgemein bekannt als der Erfinder des Negroni.
Camillo Negroni reiste Ende der 1880er Jahre nach Amerika in die USA und berichtete in FLorenz in seiner Stammbar dem Barkeeper Fosco Scarselli über das Leben, welches er als Cowboy führte.

1919 entstand in Florenz in der Bar: Caffé Casoni, der Cocktail welcher im amerikanischen Stil gemixt und Negroni Cocktail genannt wurde. Ein Artikel vom 25. November 1962 im "Gente" schreibt, wer der Erfinder des Negronis war. In einem Interview erfahren wir aus dem Mund von Barmann Foscos:

Graf von Neroni, trank gern einen Americano, doch wollte er diesen immer etwas kräftiger haben. Ich habe ihm daher ein paar Tropfen bitteren Gin (hoch wacholderlastig over proof Gin) hinzugefügt. Der Graf war ein großer Trinker, es gab Tage, an denen schaffte er gut und gern 40 von diesen Drinks, aber ich sah ihn nie betrunken. Die anderen Gäste der Bar fanden diesen Drink ebenfalls gut und bestellten den Amerecano wie ihn der Negroni trinkt immer häufiger. Am Ende nannte man diesen Americano Twist dann einfach nur noch: "Negroni".

Was einem aber sehr stutzig macht, ist der Teil im Interview an dem der Graf bis zu 40 Negroni am Stück getrunken haben soll. Wenn hier nicht maßlos übertrieben wurde, kann es nur eines heißen: Die Rezeptur war eine andere als die welche wir heute kennen.

Ein Americano, also ein Wermut mit Bitter Likör der mit Sodawasser aufgespritzt wurde und ein paar Tropfen Gin enthalten hatte. Das sieht schon einmal anders aus als die Alkoholbombe der heutigen Rezeptur. Hinzu kommt, dass es die Zeit der Aperitif Cocktails war welche man in Cordial Gläsern (kleinen Shots mit Siel) servierte. So ein Glas fasste 3 bis maximal 4 cl. Schon allein die Aussage von Fosco: "Ein paar Tropfen Gin" ergibt wenig Sinn in einem Longdrink. Diese paar Tropfen hätten nicht wirklich einen Amerecano kräftiger gemacht. Es musste ein kleineres Glas gewesen sein.

Wir müssen nun aber auch darauf hinweisen, das Fosco nie davon sprach, er hätte Sodawasser mit Gin ausgetauscht oder dieses weggelassen. Sodawasser war also klar in diesem Cordial Amerecano Twist enthalten.

Aufgrund der noch nicht ausgebauten Kühltechnik wie in Amerika und dem Cordial Glas, ist es eher unwahrscheinlich das man diesen auf Eis servierte. Ob im Negroni die Firma Campari enthalten war als Bitter Likör ist nicht belegbar und wenn dem so wäre, würde nach der Umstellung der Rezepturen von Campari dieser heute nicht so schmecken wie zu seiner Zeit der Entstehung. Man nahm sicherlich immer den Bitter Likör aus der Region, welcher gerade verfügbar war. Muss es also ein Campari sein? Nein absolut nicht. Wichtig ist seine Produkte der Region zu kennen und diese in Balance zu bringen.

Der Negroni wurde 1920 erstmals schriftlich in einem Brief erwähnt und gewann auch an Bekanntheit durch einen Rechtsstreit, als eine Flasche fertig abgefüllter Negroni auf dem Markt in Italien erschien. Die Firma Campari gewann diesen mithilfe des Barkeepers Fosco der diesen Drink somit nachweislich rechtlich anerkannt erfunden habe. Dass es Jahre zuvor und auch danach gleiche Rezepturen unter anderen Namen gab, ist normal. In der Geschichte werden häufig Rezepturen zufällig durch ähnliche Trinkverhalten mehrere Male erfunden unter verschiedensten Namen. Die Besten und stärksten setzen sich eben einfach durch. Also bleiben wir einfach bei dem Namen: Negroni.