Zutaten &  deren Funktion

2 cl Bourbon Whiskey = Spirituose
2 cl Bitterlikör = Bitterquelle
2 cl italienischer Wermut = Aromatische Zuckerquelle
4 cl Schmelzwasser = Wasserquelle

 

Dekoration

Zeste nach Wahl

 

Glas:

Tumbler

Kategorie:

Cocktail

HISTORIK:

Beginnen wir mit dem ersten schriftlich erwähnten Dokument.
Boulevardier Cocktail. Arthur Moss, 1927:

Now is the time for all good Barflies to come to the aid of
the party, since Erskinne Gwynne crashed in with his Boule-
vardier Cocktail; 1/3 Campari, 1/3 Italian vermouth, 1/3
Bourbon Whisky.

Wir rekonstruieren daher das oben genannte Rezept aus dieser Überlieferung.

Den Namen können wir vom Herrausgeber des Magazines: „Boulevardier“ ableiten, welches zwischen März 1927 und Januar 1932 Monatlich auflag und den Boulevrdier erstmals abdruckte. In dem Schreiben wird der Cocktail Erskine Gwynne als Erfinder zugeschrieben, wie wir im Zitat lesen können.

Das die erste schriftliche Erwähnung nicht auch unbedingt immer der aller erste Drink sein muss, zeigt und die Geschichte in Form zuvor unzähligen ähnlichen Rezepturen. Die ersten Dokumente von Importen des Camparis, welcher sich selbst zum Mixen bewarb, kann datiert werden auf den 30. November 1904 von Pacific Wine & Spirit Review“. Wermut, Campari und Soda waren sogar üblich. Der ein oder andere Barmann, tauschte gern Soda gegen Liköre oder andere Spirituosen aus. Das hier auch schon ein Negroni nur unter anderen Namen mal serviert wurde ist sogar wahrscheinlich. Aber um als Drink bekannt zu werden braucht es oft mehr als nur einen Barmann. Geschichte Zeitpunkt und Publikum sind nur 3 wichtige Faktoren.

Einschneidend wollen wir kurz erwähnen, dass man auch mit Campari, den Originalen Geschmack von früher nicht mehr rekonstruieren kann. 2007 änderte die Firma Teile ihrer Rezeptur zu Gunsten der Allergiker. Auch Menschen welche noch alte und neue Flaschen vergleichen können, bestätigen uns, dass der Geschmack weit auseinander liegt. Von daher ist der Campari kein Muss für irgend einen Drink welcher behauptet nur mit Campari original zu sein.

Zitat Armin Zimmermann:

„Glücklicherweise haben wir eine ungeöffnete Flasche „alten“ Camparis erhalten. Dieser schmeckt weniger bitter und zeigt mehr Orangenaromen und eine angenehme Komplexität, die sich nach und nach im Mundraum entfaltet. Der „neue“ Campari hingegen ist einfach nur süßer, bitterer, wenig komplex und im direkten Vergleich eindimensional. Er wirkt irgendwie brachialer. Flaschenreifung und Oxidation können wir ausschließen, denn der „neue“ Campari unterlag bei uns bereits einer mehrjährigen Flaschenreifung, und eine weitere Flasche oxidierte außerdem bereits eine geraume Zeit vor sich hin, und ist dennoch mit einer frisch geöffneten Flasche vergleichbar. Die Verkostung der beiden Versionen war für uns ein Schlüsselerlebnis. Wir mochten Klassiker wie beispielsweise den Negroni und Boulevardier nie wirklich, wenn sie nach dem klassischen Mischungsverhältnis zu gleichen Teilen zubereitet wurden. Insbesondere der Negroni war problematisch. Wir hatten deshalb nie verstanden, warum diese Drinks so berühmt werden konnten. Auch früher hatte man doch einen ausgeprägten und fein ausbalancierten Geschmackssinn. Sollte sich dieser im Laufe der Zeit so sehr geändert haben? Doch nach unserem Vergleich war uns klar, dass die Ursache dafür, das klassische Rezepturen nicht mehr funktionieren, eindeutig in einer veränderten Rezeptur des Campari zu finden ist. Wir haben grundsätzlich festgestellt, das die alten Rezepturen mit einem „neuen“ Campari nicht mehr funktionieren. Der Campari ist zu dominant, zu bitter, und unterdrückt die übrigen Aromen. Die Drinks kippen. Auch andere kommen zu dieser Einschätzung.“

Der Boulevardier wurde nach 1927 nahe zu nie weiter erwähnt und war erfolglos. Das er jedoch heute so populär ist wie der Negroni, verdankt er nicht nur unseren Historikern, sondern auch vielen anderen Barkeepern, welche in der Geschichte nach den Ursprüngen suchen.

 

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