Zutaten &  deren Funktion

6 cl weißes Pfirsichpüree = Aromatische Zuckerquelle
14 cl Prosecco oder Champagner = Aromatischer Filler

Dekoration

Keine

 

Glas:

Flute

Kategorie:

Spritz

HISTORIK:

Erfolgreiche Gastronomiebetriebe laufen häufig Gefahr, zu kulinarischen Museen zu mutieren. Die Gäste kommen eben nicht nur, um zu essen und zu trinken, sondern vor allem auch, um zu schauen, was es mit dem Mythos auf sich hat.

Die von Giuseppe Cipriani gegründete Harry´s Bar ist so ein Fall. So groß ihr literarischer Ruhm, so zahlreich sind auch die Geschichten von Gästen, die in der Bar Unsummen für einen arroganten Service und ein winziges Carpaccio ausgaben oder sich wundern mussten, dass der Martini Cocktail direkt aus einer gekühlten Karaffe ins Glas eingeschenkt wurde.

Vielleicht hat der Erfolg der Bar die Betreiber bequem gemacht, die Gäste strömen ja weiterhin in Scharen. Dennoch hat dieser Ort, in dem früher Hemingway und andere Größen regelmäßig verkehrten, eine deutliche Markierung im Zeitlauf der Bar-Geschichte hinterlassen, die bis heute nachwirkt.

Benannt nach einem Maler der Renaissance:

Ein Grund hierfür ist der Bellini, den Bar-Gründer Giuseppe Cipriani nach einem Renaissance-Maler benannte. Sein Sohn Arrigo Cipriani, der heute die Geschäfte führt, gibt sich allerdings bescheiden, was die Kreation des Bellini und der anderen berühmten Harry’s-Erfindung Carpaccio anbetrifft: „Im Übrigen gab es sowohl den Drink als auch das Gericht als Ideen bzw. Rezepte schon zuvor. Mein Vater hat Details verändert, sie von mir aus zur „Marktreife“ gebracht – und dann hat er beiden einen Namen gegeben.“

Grundlage des Bellini sind aromatische Weinbergpfirsiche. Diese und keine anderen sollten verwendung finden!!! Diese kleinen, in manchen Sorten auch radförmigen Früchte werden bis heute als Ergänzungsfrucht in Weinbergen angebaut.

Der Bellini wird heute in nahezu allen Qualitäts-Bars mit Pfirsichpüree hergestellt. Auch in Harry’s Bar verwendet man bis zur Schließung der Bar Püree. In der Anfangszeit des Getränks sah die Zubereitungsart allerdings anders aus, wie Arrigo Cipriani erklärt:

„Zu Beginn servierte mein Vater den Champagner mit kleinen Pfirsichstücken, dann begann er die Pfirsiche auszupressen und irgendwann wurde das Getränk dann auf den Namen „Bellini“ getauft.“
Der Farbton des Bellini, idealerweise ein leicht ins Pink gleitendes Pfirsichweiß, geht laut Arrigo Cipriani nicht auf Farben zurück, die Renaissance-Maler Bellini in seinen Gemälden eingesetzt hat. Das sei „ein Mythos“, der immer wieder in Reisführern auftauche.

Frische Früchte, Pürees und Ciprianis Fehlgriff!

Während der Bellini früher ausschließlich während der Erntezeit des Pfirsichs als saisonale Spezialität über den Tresen ging, kann man den Drink heute das ganze Jahr über zubereiten. Die Königsklasse des Geschmacks sind dabei Anbieter tiefgefrorener oder gekühlter Pürees. Diese Produkte bekommt man in Feinkostläden oder in der Metro.
Derzeit sind aber die Obstläden gut mit frischen, weißen Weinbergpfirsichen bestückt, weshalb es der experimentierfreudige Connaisseur oder Barmann ruhig einmal mit dem Original versuchen kann. Die geschäftstüchtigen Ciprianis, die heute ein weltweites Gastro-Imperium besitzen, haben übrigens auch ein eigenes Pfirsichprodukt auf den Markt gebracht. Vor Jahren hatten wir in einer Bar das zweifelhafte Vergnügen, das Produkt testen zu können, und wir können nur jedem von der Verwendung abraten. Eine parfümierte Nase kombiniert mit einem stumpfen Geschmack – das hat mit dem Original-Getränk nicht mehr viel zu tun.

 

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